Durchatmen!
Dies ist der Text, den ich Dir zum neuen Jahr schicken wollte — der aber in den Filtern von Substack hängengeblieben ist. Hier bekommst Du ihn jetzt direkt von mir. Substack ist Vergangenheit.
Das Jahr ist zu Ende. Wundgescheuert liegen wir in unseren Betten und warten panisch, starr und mit aufgerissenen Augen darauf, was das neue Jahr bringen mag. Unser Geist ist zerrieben von Lügen, von Kriegen, von Mord und Totschlag in Europa, im Nahen Osten und im Rest der Welt.
Wahrheit ist längst nicht mehr gebunden an Wirklichkeit. Gelesenes ist längst nicht mehr Geschriebenes. Photos bilden längst keine Realität mehr ab, sondern immer häufiger nur den blassen Algorithmus allesverschlingender Prozessoren.
Länder, Regierungen, die bis vor kurzem die gleiche Sprache zu sprechen schienen, haben sich darangemacht, die Demokratien in Europa mit der Spitzhacke zu zertrümmern. Die Familien faschistischer Diktatoren reissen sich den Gazastreifen unter den Nagel und verwandeln ihn in einen mediterranen Vergnügungspark. Es wird genügend Schwachköpfe geben, die in alle Ewigkeit auf den Ruinen von Gaza abtanzen bis zum Morgengrauen.
Russland, das gar kein Land mehr ist sondern ein Konglomerat organisierten Verbrechens, oder, wie John McCain so treffend sagt, eine Tankstelle, die vorgibt, ein Land zu sein, kann kein Einhalt mehr geboten werden. 2026 werden Lettland, Litauen, Estland, Finnland und Polen, also wir, mit den vollkommen entfesselten Invasoren zu kämpfen haben.
Wohin schauen, wohin gehen, was erhoffen? Können wir immer weiter so tun, als ob nichts wäre? Wird, muss sich unser Leben drastisch, von Grund auf verändern?
Theater spielen? Dass ich nicht lache!
Aber es hilft, für einen Moment zu versuchen zu vergessen. Sich von der Wintersonne kitzeln lassen. In den blauen Himmel blinzeln. Durchatmen.
Danke für Eure wertvolle Arbeit, Soldaten der Freiheit!
Ein gesundes 2026, ein gutes, ein friedliches neues Jahr.
Irgendwie schaffen wir das schon.
Wäre ja gelacht.

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